Geschichtliches

geschichte_geistig_behinderte_integration

Noch bis in die 80er – Jahre wurden in der Schweiz Menschen mit einer geistigen Behinderung mehrheitlich in abgeschlossenen Einrichtungen einfach verwahrt. Das Wissen im Umgang mit diesen Menschen fehlte.

Die Paradigmen in der Arbeit mit geistig behinderten Menschen haben sich entwickelt. Es gibt noch viel zu tun, um das Wissen auch umzusetzen.

Freilich gab es aber auch damals bereits die Möglichkeit auf die Anregungen von Pionieren auf diesem Feld zurück zu greifen, die anders dachten und handelten. Namentlich zu nennen ist hier z.B Dr. Rudolf Steiner, der bereits 1924 eine Heilpädagogik begründete, die auf dem Menschenbild beruht, dass jeder Mensch entwicklungsfähig sei. Auch wies er auf die Wichtigkeit der Selbstreflexion und betonte die Wichtigkeit der Arbeit an sich selbst.

Als eine weitere wichtige Persönlichkeit zu nennen ist u.a auch der Theologe und Philosoph Jean Vanier. 1964 nahm Vanier zwei geistig behinderte Männer in ein Häuschen in Trosly-Breuil, einem französischen Dorf bei Compiègne, dem ersten Haus der Arche, auf. Er entdeckte "die Tiefe ihres Leidens und ihren Schrei nach wahrhaftiger Beziehung, aber auch ihre Freude an der Gemeinschaft mit Menschen" (Zitat Vanier). Er wollte ihnen helfen und merkte auf einmal wie sie ihm halfen.

Nach und nach entwickelte sich die Arbeit mit geistig behinderten Menschen vom reinen Verwahren zum Ansatz der Möglichkeit der Förderung bis hin zur Begleitung . Hinter dem Therapiekonzept mit dem Schwerpunkt der Begleitung (ab ca. Mitte 90er-Jahre) steht ein Menschenbild, das den Anderen als gleichwertige Persönlichkeit annimmt. Ziele sind grösstmögliche Selbstbestimmung und Lebensqualität. Seit neuestem gehen die Bemühungen immer mehr Richtung Inklusion. Ziel davon ist es den anderen als gleichwertiges Individuum zu akzeptieren, ohne dass dabei Normalität vorausgesetzt wird. Es geht darum Voraussetzungen zu schaffen, in denen sich Personen mit Besonderheiten einbringen und auf die ihnen eigene Art wertvolle Leistungen erbringen können.

Integration von Behinderten

Ich begann zu spüren, dass das Leben mit den behinderten Menschen mein Leben verändern könnte, indem es nicht meine Führungsqualitäten der intellektuellen Fähigkeiten weckte, sondern die Eigenschaften, die in meinem Herzen verborgen waren.
Jean Vanier
Theologe und Philosoph
Die Beschäftigung mit den psychischen Prozessen geistig behinderter Menschen erleichtert nicht nur das Verständnis und den angemessenen Umgang mit ihnen, sie bildet nicht nur die Voraussetzung für befriedigende Beziehungen, sondern sie gewährt auch besonders deutliche Einblicke in die Bedingungen der psychischen Entfaltung überhaupt. Insofern dient sie in hervorragendem Masse der psychischen Selbsterkenntnis. „Tua res agitur“ – Es geht um deine Sache.
Dr. Barbara Senckel
Psychologin

Vom reinen Verwaren .........

....zum Ansatz der Förderung
bis hin zur Begleitung und Selbstbestimmung.
Neu
Inklusion und Diversity
Wichtig
Begegnung auf Augenhöhe
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